Sehenswürdigkeiten

Die Museumsinsel in Berlin: Schlaraffenland für Wissenshungrige

Die Berliner Museumsinsel ist einer der bedeutendsten Museumskomplexe Europas. Für wissbegierige Touris und Berliner:innen ein Ort zum stundenlangen Verweilen. Das Bauensemble bietet immerhin fünf Museen mit vielen spannenden Exponaten, regelmäßig wechselnden Ausstellungen und lockt selbst mit herrlicher Architektur. Die Geschichte der Museumsinsel im tip-Überblick.

Schöne Architektur, idyllische Umgebung: die Museumsinsel. Foto: Imago/robertharding

Museumsinsel: Entstanden aus umspülten Gewerbegebiet

Es ist eine unvergleichliche Lage, in der sich die Museumsinsel befindet. Umspült von der Spree, rundherum (und auf ihr) mondäne Bauten, abgeschirmt vom nahen Alexanderplatzwahnsinn. Schön war die Insel nicht immer. Bis zum 13. Jahrhundert war sie eine sumpfige Aue, die Ursuppe der heutigen Kulturstätte. Bevor aber die ersten Museen eröffneten, diente das Gelände erst als Orangerie, anschließend als Packhof für Händler:innen.

Erst zwischen 1824 und 1930 entstanden auf der Insel fünf Museumsbauten. Den Anfang machte das klassizistische Alte Museum 1828, entworfen von Karl Friedrich Schinkel. Es war Preußens erstes öffentliches Museum. Es folgten das Bode-Museum (damals Kaiser-Friedrich-Museum), das Neue Museum (damals Königlich-preußisches Museum), die Nationalgalerie (die alte) und 1930 das Pergamonmuseum.

Der Zweite Weltkrieg verhinderte den Umbau der Museumsinsel

Nun blieb kaum ein historischer Bau Berlins vom Größenwahn der Nationalsozialisten verschont. Während der NS-Diktatur legten die Architekten Albert Sperr und Wilhelm Kreis Neugestaltungspläne vor. Umsetzen konnte sie diese jedoch nicht, der Zweite Weltkrieg machte das unmöglich. An anderen Stellen in Berlin ist einiges an Nazi-Architektur entstanden und geblieben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Museumsinsel eine Ruinenlandschaft, gerade das Neue Museum traf es besonders schwer, es war fast zerstört. Zum Wiederaufbau tat sich daran auch erstmal nichts, zunächst kümmerte man sich um die anderen, weniger beschädigten Museen.

Nach der deutschen Wiedervereinigung begannen – wie an vielen Orten der Stadt – Ende der 1990er-Jahre umfassende Sanierungen. Fotos zeigen, wie sich Berlin seit 1990 verändert hat. Heute wird der Erhalt und die Weiterentwicklung der Museumsinsel durch den Masterplan Museumsinsel gesichert, erarbeitet von der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und den Staatlichen Museen zu Berlin.

Die Museen auf der Spreeinsel bieten nicht nur spannende Ausstellungen, sondern auch eine beliebte Fotokulisse, wie zum Beispiel der Vorplatz der Alten Nationalgalerie. Foto: Imago/McPhoto

Die fünf Museen der Spreeinsel im Überblick:

  • Das Pergamonmuseum (Antikensammlung, das Vorderasiatische Museum und das Museum für Islamische Kunst)
  • Das Bode-Museum (Skulpturensammlung und das Museum für Byzantinische Kunst, sowie das Münzkabinett)
  • Das Neues Museum (Museum für Vor- und Frühgeschichte, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung)
  • Die Alte Nationalgalerie (Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts)
  • Das Alte Museum (Antikensammlung und einen Teil des Münzkabinetts) 

Direkt an der Museumsinsel eröffnete 2021 zusätzlich das Humboldt-Forum. In dem Kulturzentrum, das sich im rekonstruierten Berliner Schloss befindet, gibt es ebenfalls Ausstellungen und Kulturveranstaltungen – und jede Menge Raubkunst, wie wohl auch in vielen anderen Berliner Museen.

Neben dem Neuen Museum steht das neue Besucherzentrum, die James-Simon-Galerie.
Die James-Simon-Galerie ist nach dem Vorbild der Akropolis gebaut worden und dient der Museumsinsel als Besucherzentrum. Foto: Imago/Winfried Rothermel

Fun Fact: Das neue Besucherzentrum, die James-Simon-Galerie, eröffnete am 12. Juli 2019. Es befindet sich an der Stelle des abgerissenen Packhofs von Karl Friedrich Schinkel. Als Vorlage für das Gebäude diente dem britischen Architekten David Chipperfield die Akropolis. Der Namensgeber der Galerie war ein begeisterter Kunstsammler. Er war der bedeutendste Mäzen der Museumsinsel und übereignete unter anderem dem Neuen Museum die Büste der Nofretete.

Wichtige Infos für den Besuch der Museumsinsel

Öffnungszeiten Die Insel selbst kann rund um die Uhr betreten werden. Für die Museen gilt: Di-So 10-18 Uhr.

Preis Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt der Staatlichen Museen Berlin generell frei. Der Eintritt für das Alte Museum und das Bode-Museum kostet regulär 10 Euro und ermäßigt 5 Euro. Für 14 Euro kommt man in die Nationalgalerie, das Neue Museum und das Pergamonmuseum. Das Ermäßigungsticket kostet 7 Euro. Eine Übersicht gibt es online.

Anfahrt Die Museumsinsel liegt Am Lustgarten in Mitte. Am bequemsten erreicht man sie mit der U-Bahn der Linie U5 (Station Museumsinsel) oder den S-Bahnen der Linien S3, S5, S7, S9, die am Hackeschen Markt halten. Alternativ halten auch die Busse der Linien 100 und 300 an der Museumsinsel. Wegen der Parkplatzsituation kann eine Anreise mit dem Auto schwierig werden.

In der Nähe Zu Fuß von der Museumsinsel zum Alexanderplatz nicht weit. Der Platz ist als Touristen-Attraktion für das turbulente Zentrumsleben bekannt. Mit einem Gang über die Brücke steht man bereits mitten im idyllischen Nikolaiviertel. Unweit von der Museumsinsel ist auch der Hackesche Markt im sogenannten Scheunenviertel, wo sich sich die spannenden Hackeschen Höfe befinden.

  • Alexanderplatz Mitte, Einmündungsstraßen: Karl-Liebknecht-Straße, Alexanderstraße, Dircksenstraße, Rathausstraße
  • Nikolaiviertel Mitte, Rathausstraße 21
  • Hackescher Markt Mitte, S-Bahnhof Hackescher Markt


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01.09.2022 - 11:00 Uhr

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